1.2.06

1.000 Biografien im Exil-Archiv

Zwei Jahre nach Start des Internet-Projektes Exil-Archiv ist die 1.000. Biografie eines verfolgten Exilanten online gestellt worden. Gewürdigt wird der Schauspieler und Regisseur Leonard Steckel, der seit 1933 am Schauspielhaus Zürich arbeiten konnte. Dies teilte der Vorsitzender der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, Hajo Jahn, mit. Die in Wuppertal ansässige literarische Gesellschaft ist Initiatorin des Internet-Projektes.
Kontinuierlich werden seit Januar 2004 Lebensgeschichten bekannter und unbekannter Intellektueller im Internet veröffentlicht, die unter Diktaturen im 20. Jahrhundert zensiert, mit Arbeitsverbot belegt, verfolgt, ins Exil getrieben oder ermordet worden waren. «Die Verfolgung von Intellektuellen ist bis in die Gegenwart weltweit ein brennendes Thema geblieben», sagte Jahn. Es gibt auch Fremdsprachen-Versionen auf englisch, spanisch und französisch, außerdem auf tschechisch und demnächst auch polnisch.
Künstler aller Sparten, Schriftsteller und Intellektuelle aus mehr als 40 Nationen sind derzeit im Exil-Archiv mit ihren Lebensgeschichten abrufbar: Von Paul Alsberg, Historiker und langjähriger israelischer Staatsarchivar, über die griechische Schauspielerin und Sängerin Melina Mercouri, den chilenischen Nationaldichter Pablo Neruda bis zu Yang Lian, der nach dem Massaker auf dem Pekinger Platz des Himmlischen Friedens China verlassen mußte.

Quelle: Lausitzer Rundschau online

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