29.1.06

Deutschkenntnisse in aller Munde

Kinder im Vorschulalter sollen nach Ansicht von NRW-Regierungschef Rüttgers auf ihre Deutschkenntnisse getestet werden. Bayern kündigte neue Maßnahmen zur Integration von Ausländern an.
In der Union mehren sich die Forderungen nach besseren Deutschkenntnissen ausländischer Schüler. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers plädierte dafür, Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen im Vorschulalter zu Sprachkursen zu verpflichten.
Rüttgers sagte in der «Bild am Sonntag», seine Partei wolle einen obligatorischen Sprachtest aller Kinder mit vier Jahren einführen. Es müsse dafür gesorgt werden, daß alle Kinder, die in die Schule kommen, ordentlich Deutsch können. Zur Deutschpflicht auf Schulhöfen sagte er, zwar solle jede Schule dies selbst entscheiden, doch wenn sich die Betroffenen darauf einigten, unterstütze er dies. Eine Berliner Realschule war bei der Einführung der Deutschpflicht auf Schulhöfen und bei Schulveranstaltungen vorangegangen.
In einem Brief an den Bundesvorsitzenden der türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, zeigte sich der CDU-Spitzenkandidat für Berlin, Friedbert Pflüger, bestürzt darüber, daß dieser die Selbstverpflichtung der Berliner Realschule als nationalistischen Bildungsauftrag bezeichnet habe. Pflüger verwies darauf, daß es sich um eine freiwillige Vereinbarung handele. Er betonte, jeder, der sich in Deutschland behaupten wolle, müsse gut Deutsch sprechen.
In München kündigte die bayerische Sozialministerin Christa Stewens zusätzliche Maßnahmen zur Eingliederung von Ausländern an. Nach den Worten der CSU-Politikerin können junge Zuwanderer in Sprachlern-, Übergangs- und Eingliederungsklassen in Bayern ab sofort ergänzende Nachhilfe mit Schwerpunkt Deutsch erhalten.
Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger forderte Ausländer auf dem CDU-Landesparteitag in Offenburg auf, die deutsche Sprache zu erlernen. Er äußerte sich besorgt darüber, daß in vielen ausländischen Familien nicht Deutsch gesprochen werde. Der Stuttgarter Regierungschef verteidigte auf dem Parteitag erneut den umstrittenen Fragebogen für Einbürgerungswillige in Baden-Württemberg.
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble nannte seinerseits die Sprache den Schlüssel zur Integration. Er betonte, diejenigen Ausländer, die nach Deutschland kämen, müßten die «Bereitschaft haben, mit uns zu leben». Parallelgesellschaften müßten vermieden werden.

Quelle: NetZeitung

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1 Kommentar(e):

Blogger NellyWupp

Ich finde es erschreckend, daß dieses Thema überhaupt ein Thema ist.
Man sollte doch meinen, daß die Eltern alles daran setzen, daß ihre Kinder die Sprache des Landes beherrschen, in dem sie aufwachsen und eine (Berufs-)Ausbildung genießen sollen. Jedenfalls wäre das meine größte Sorge, wenn ich in ein fremdes Land ziehen würde.
Dabei spricht ja überhaupt nichts dagegen, daß die Kinder zusätzlich zuhause auch weiterhin griechisch, italienisch, türkisch ... reden. Im Gegenteil: In unserer immer mehr zusammenrückenden Welt können diese Sprachkenntnisse eine wertvolle Zusatzqualifikation darstellen. Aber eben eine *Zusatz*qualifikation...

8:27 PM  

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